Gesund und fit in den Winter - Gesunde Ernahrung bringt
mehr als Pillen schlucken
Der Spatherbst hat es in sich: eine Grippewelle jagt die
andere, und trubes Wetter, Nebel und Regen zehren an unserer
Substanz. Dagegen kann man sich mit einfachen Mitteln schutzen.
Die Natur halt viele Kraft- und Energiespender bereit, die wir
nutzen konnen und sollten. Denn: Ist der Korper standig mit
falscher Ernahrung, zuviel Alkohol, uberflussigen Antibiotika,
mit Stress, belasteter Luft und Umweltgiften konfrontiert, wird
das Immunsystem geschwacht.
Also doch: An apple a day keeps the doctor away,
wie der Volksmund sagt. Fruchte sind gesund. Eva muss das geahnt
haben, als sie ihrem Adam einen Apfel reichte. Tatsachlich
starken Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundare
Pflanzeninhaltsstoffe und Enzyme die korpereigenen
Abwehrkrafte.
Vitamine und Spurenelemente, speziell fur die
Abwehr 
Vitamin B6, Folsaure, Pantothensaure, Vitamin A,
die antioxidativen Vitamine b-Carotin, C und E sowie die Elemente
Zink, Eisen und Selen konnen das Immunsystem starken.
Vitamin B6 (Pyridoxin) ist
lebenswichtig fur den Eiweissaufbau (Nukleinsaure- und
Proteinbildung) sowie fur die Zellteilung. Es ist zudem bei der
Antikorperproduktion massgeblich beteiligt. Ein Mangel
verursacht schwere Storungen des Abwehrsystems, Entzundungen
der Haut und der Schleimhaute sowie Nervenschaden.
Als besonders gute Quellen gelten Schweinefleisch, Geflugel
und Fisch aber auch Vollkorn- und Getreideprodukte.
Folsaure ist wie Pyridoxin am Eiweiss-Stoffwechsel beteiligt. Ein Mangel
schwacht das Abwehrsystem (Leukozyten, Granulozyten) und die
Funktion der Lymphozyten.
Folsaure kommt vor allem in grunem Blattgemuse aber auch in
Hulsenfruchten, grunen Gemusesorten und Vollkornprodukten
vor.
Pantothensaure kommt als Bestandteil eines fur viele Reaktionen wichtigen
Coenzyms (Coenzym A) eine bedeutende Rolle im Stoffwechsel zu.
Sie findet sich in fast allen Lebensmitteln, ein Defizit ist
selten.
Vitamin C ist in gewissen Abwehrzellen des Immunsystems wie neutrophile
Leukozyten, T- und B-Zellen enthalten. Die Rolle dieses Vitamins
bei der Abwehr von Husten, Schnupfen oder Grippe wird allerdings
haufig uberschatzt. Vitamin C kann die Ansteckung mit dem
Rhino- oder Grippevirus kaum verhindern. Es kann aber die
Symptome lindern und verkurzt die Dauer von
Erkaltungskrankheiten.
Vitamin C ist zudem wichtig fur die Regeneration von Vitamin
E (s. unten), das bei Stoffwechselreaktionen seine Wirkung
verlieren kann. Es fordert weiterhin die Aufnahme von Eisen (s.
unten) aus pflanzlichen Nahrungsmitteln.
Vitamin C ist in Fruchten, Gemusen und Kartoffeln reichlich
enthalten.
Vitamin E, ein fettlosliches Vitamin, stabilisiert die
Zellwande und ist als Antioxidans und Radikalfanger bedeutend.
Es schutzt die Immunzellen, die besonders leicht von Radikalen
geschadigt werden. Vitamin E stimuliert die grossen Fresszellen
und hemmt die Synthese von Prostaglandinen. Diese Gewebshormone
schwachen in hoherer Konzentration das Immunsystem. Bei Vitamin
E-Mangel wird die Antikorperproduktion fast vollstandig
eingestellt.
Pflanzenole, Nusse, Mandeln und Samen sind besonders Vitamin-E-reich.
Vitamin A ist nicht nur fur die Haut und
Augen notwendig sondern auch fur die Schleimhaute der Atemwege,
Harnwege und Drusen. Fehlt es, werden die Drusenzellen durch
andere Zellen ersetzt, die nicht fahig sind, Schleim, Lysozym
(Enzym in Speichel oder Tranen), Immunoglobuline und andere
antibakterielle Faktoren auszuscheiden. Die Folge ist eine
erhebliche Schwachung der lokalen Infektabwehr.
Das fettlosliche Vitamin ist besonders in Leber, Butter und Margarine
enthalten. Vorsicht ist bei Supplementen angebracht, denn es wird
in der Leber gespeichert und kann bei Uberdosierung schadliche
Nebenwirkungen auslosen.
Carotinoide wie beta-Carotin beeinflussen
unabhangig von ihrer Provitamin-A-Wirkung das Immunsystem. Die
genauen Mechanismen der Immunmodulation sind derzeit noch
unbekannt.
Gute Quellen sind tiefgelbe bis orangefarbene Fruchte  und dunkelgrunes Blattgemuse.
Zink kommt
aufgrund seiner wichtigen Rolle bei der Eiweissherstellung und
der Zellteilung eine besondere Stellung im Immunsystem zu. Ein
Mangel an diesem Spurenelement schwacht die zellulare
Immunitat, fuhrt zur Schrumpfung der Thymusdruse und zu
vermehrter Infektionsanfalligkeit.
Bedeutsame Zinklieferanten sind alle eiweissreichen
Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch, Milch(produkte), Eier aber auch Vollkornprodukte.
Eisen gilt als Sauerstoff-Transporteur und ist
fur die Zellatmung wichtig. Die Effizienz des Immunsystems ist
bei Eisenmangel erniedrigt, so dass Infektionen haufiger
auftreten und starker verlaufen. Eine bleiche Gesichtsfarbe,
allgemeine Mudigkeit und Unlust konnen von einem Eisenmangel
herruhren. Auch zuviel Eisen wirkt sich ungunstig auf die
Abwehrkraft aus, denn freies Eisen fordert das Wachstum von
Mikroorganismen. Daher sollte Eisen sehr zuruckhaltend
supplementiert werden. Spurenelemente sind allgemein besser uber
eine ausgewogene Ernahrung als uber Zusatzpraparate
zuzufuhren.
Eisen aus rotem Fleisch kann der Korper direkt verwerten, aus dem Gemuse
hingegen wird es meist wieder unbenutzt ausgeschieden. Durch
zusatzliches Vitamin C wird es fur den Korper besser
verfugbar.
Selen ist Bestandteil eines Enzyms
(Glutathion-Peroxidase), das u.a. fur das reibungslose
Funktionieren des Immunsystems unentbehrlich ist. Seine Wirkung
wird durch die Vitamine C und E unterstutzt.
Selenpraparate durfen in der Schweiz bisher nicht verkauft
werden, denn bereits 10mg Selen pro Kilogramm Korpergewicht
fuhrt zu akuten Vergiftungserscheinungen. Da aber die Schweizer
Boden selenarm sind, ist eine gewisse Unterversorgung der
Bevolkerung mit Selen anzunehmen.
Selenreich sind Fische und Meeresfruchte, schwarze Melasse, Sesam und
Weizen von selenreichen Boden, insbesondere aus Amerika.
Sekundare Pflanzeninhaltsstoffe (SPS),
Phytochemicals
Zu den SPS gehoren vor allem die Farb-, Duft- und
Geschmacksstoffe der Nahrungsmittel. Nicht nur in der Antike und
im Mittelalter wurden Nahrungsmittel oft als Heilmittel
eingesetzt, auch heute noch verwenden viele Naturvolker z.B. die
Zwiebel zur Therapie entzundeter Wunden. Die Wirkung von SPS
lasst sich u.a. mit den Schlagworten: antimikrobiell,
antioxidativ, stoffwechselregulierend und immunsteigernd
umschreiben.
Reich an SPS sind vor allem Knoblauch, Gruntee, Getreide,
Hulsenfruchte, Kohlgemuse, Tomaten, Peperoni, Leinsaat und
Zitrusfruchte. Als SPS gelten auch Abbauprodukte von milchsauren
Nahrungsmitteln wie Sauerkraut oder angesauerte Milchprodukte.
Sie stimulieren einerseits die In-fektabwehr und sind beteiligt
an anderen immunologischen Vorgangen; andererseits konnen SPS
die Schilddrusenfunktion negativ beeinflussen. Es besteht die
Gefahr einer Kropfbildung.
Eine ausgewogene Mischkost mit taglich 4-5 Portionen Obst
oder Gemuse liefert ausreichende Mengen an SPS. Wegen der
grossen Anzahl (rund 30000, jedes Nahrungsmittel enthalt
aber nur eine kleine Auswahl) und der unterschiedlichen Wirkung
von SPS ist es entscheidend, Obst und Gemuse moglichst
saisongerecht, abwechslungsreich, roh oder schonend gegart zu
essen.
Fazit
Ob Selen-, Eisenpraparate oder andere Pulverchen und Pillen
- das wahllose Schlucken hilft zwar Herstellern und Verkaufern,
hat aber selten den gewunschten gesundheitlichen Effekt. Im
Gegenteil: Viele wiegen sich dann in falscher Sicherheit und
meinen, sie hatten das Notige fur ihre Gesundheit getan. Auch
wer nach dem Motto Nutzts nichts, so schadets
nicht handelt, befindet sich auf dem Holzweg. Denn die
Zusammenhange und Wechselwirkungen der verschiedenen
Spurenelemente und Vitamine sind ausserst kompliziert. Anstatt
nach immer neuen Zusatzpraparaten mit zweifelhafter Wirkung zu
greifen, sollte mehr Gewicht auf eine ausgewogene Ernahrung
gelegt werden. Denn eine fettreduzierte Nahrung, die
hauptsachlich aus Obst und Gemuse, vorzugsweise roh oder
schonend gegart, Getreideprodukten und Hulsenfruchten besteht,
hat nicht nur immunmodulierende, entzundungshemmende und
keimtotende Wirkungen, sondern verhindert Thrombosen, senkt den
Blutzucker- und Cholesterinspiegel und auch das Risiko, an
Tumoren zu erkranken. Fleisch, Fisch, Eier, Milch(produkte) und
Tofu gelten als wichtige aber bescheidene Erganzung des
pflanzlichen Speiseplans.
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