Hyperhidrosis axillaris / Achselschwitzen
Preis für beide Achseln 650.--sFrs. es werden jeweils 100 U (50 je Seite) injziert.
Allgemeines zum Schwitzen
Schwitzen ist unser natürliches Kühlsystem. Durch die Verdunstungskälte auf der Haut hält der Körper seine innere Körpertemperatur konstant um 36 – 37 ° Celsius aufrecht. Schweiss wird von über 2 Millionen Schweissdrusen, die über die gesamte Körperfläche verteilt sind, produziert und besteht im Wesentlichen aus Wasser, Kochsalz und Stoffwechselprodukten. Überall, wo die Schweissdrüsen besonders dicht sitzen, zum Beispiel an den Handflächen, Fusssohlen oder in der Achselhöhle, rinnt der Schweiss besonders stark. Hier befinden auf jedem Quadratzentimeter etwa 350-700 Schweissdrüsen.
Zwischen normalem und krankhaftem Schwitzen zu unterscheiden, ist gar nicht so einfach. Während der eine sich auch bei der grössten Hitze nur ab und zu die Stirn abtupfen muss, brauchen andere schon bei Temperaturen um die 25 °C alle paar Stunden ein frisches Hemd. Medizinisch gesehen spricht man von krankhaftem Schwitzen, wenn das vegetative Nervensystem übersensibel auf unterschiedliche Reize, wie z.B. körperliche Anstrengung, scharf gewürzte Speisen oder seelische Belastungen reagiert - oder sogar völlig ohne äusseren Anlass plötzlich auftritt. Die Medizin kann dies unterscheiden, im Zweifel kann durch Teste (Fliessblätter mit Mikrowaage, Minor Test) die Schweissmenge bestimmt werden. Man unterscheidet:
Idiopathische, primäre Hyperhidrose
Bei der primären Hyperhidrose ist die genaue Ursache nicht bekannt. Sie tritt häufig bereits in der Pubertät auf. Besondere Situationen wie Angst, Schmerz oder Stress können die vermehrte Schweissproduktion auslösen oder verstärken.
Zusätzlich zu fokalem exzessivem Schwitzen (ohne erkennbaren Grund mindestens ein halbes Jahr lang) müssen mindestens zwei Punkte erfüllt sein:
- bilaterales, relativ symmetrisches Schwitzen
- Einschränkungen im Alltag
- mindestens 1 Episode/Woche
- Erstmanifestation vor dem 25. Lebensjahr
- idiopathische Hyperhidrose in der Familie
- weniger Schwitzen im Schlaf
Generalisierte Hyperhidrose
Mögliche Ursachen:
- infektiös (Tbc, HIV, Pilze u.a.)
- neoplastisch (M. Hodgkin, Non-Hodgkin-Lymphome, Hodentumoren etc.)
- medikamentös (z.B. Antipyretika, Antidepressiva, Sympathomimetika)
- endokrin (Menopause.Testosteronmangel, Diabetes u.a.)
- neurologisch (autonome Polyneuropahie, Dysreflexie)
- psychiatrisch (Entzug, Angst/Panikstörung
Sekundäre Hyperhidrose
Bei der sekundären Hyperhidrose kann vermehrtes Schwitzen symptomatisch vorkommen als Folge von Erkrankungen wie z.B.:
- Schilddrüsenüberfunktion
- Tumoren
- Hormonstörungen
- neurologischen Erkrankungen
- Medikamentös bedingt sein oder
- Folge psychiatrischer Leiden
Symptome
- Axilläre Hyperhidrose:
Diese Form der Hyperhidrose [macht sich durch die Bildung grosser nasser Flecken oder sogar ringförmiger Salzablagerungen in der Kleidung sehr unangenehm bemerkbar. Der häufig damit verbundene Körpergeruch kann massiv stören.
- Palmare Hyperhidrose (Handschwitzen):
Übermässiger Handschweiss ist die folgenreichste und zudem unangenehmste Form der Hyperhidrose. Die Hände sind im täglichen Leben, sowohl im sozialen als auch im beruflichen Bereich, für wichtige "Handgriffe" zuständig. Viele Betroffene sind in ihrer Berufswahl eingeschränkt, haben Schwierigkeiten bei der Handhabung feuchtigkeitsempfindlicher Materialien (wie Papier, u. ä.) und scheuen sich, beim Gruss die Hand zu geben. - Hyperhidrose auf der Stirn
und im Gesicht:
Einige Patienten klagen über eine starke Schweissproduktion im Gesicht, vor allem an der Stirn, was viele Patienten als peinlich empfinden.
- Planatare Hyperhidrose (Fussschwitzen)
Fussschweiss ist ein weit verbreitetes Leiden. Durch die Verwendung von gut belüftetem Schuhwerk tritt dieses Phänomen nur mässig in Erscheinung. Als Hyperhidrose sollte man daher nur diejenigen Formen bezeichnen, wo der Schweiss auch ohne Fussbekleidung stark ausgeprägt ist oder die Schuhe binnen kurzer Zeit durch die Schweissmenge durchnässt oder gar zerstört werden. - Andere Lokalisationen
In seltenen Fällen kann eine isolierte Hyperhidrose auch am Rumpf oder den Oberschenkeln auftreten. Besonders störend kann dies an Stirn und Kopfhaut sein, vor allem für Menschen die in der Öffentlichkeit stehen oder Vorträge halten. Menschen wirken unsicher wenn Sie bei Diskussionen mit Mitmenschen sichtbar schwitzen.
Abklärung und Diagnostik (Nachtschweiss)
- Anamnese: Medikamente, Lebensgewohnheiten, Begleitsymptome wie Gewichtsverlust, Müdigkeit, Pruritus, Schmerzen,Flush, Diarrhoe etc.
- körperliche Untersuchung: Gewicht, Temperatur, Tremor, Exophthalmus, verzögerter Lidschluss, Herzfrequenz/-geräusche, RR, Lymphknoten, Hyperreflexie
- Labor/Bildgebung (falls Anamnese/körperl. Untersuchung nicht genügen): Blutbild, BSG, CRP, TSH basal, PSA, Serumchemie, Gerinnung, Röntgenthorax, Ultraschall Hals und Abdomen etc.
- zur Differenzialdiagnose: z.B. FSH, Testosteron, Katecholamine, Echokardiographie
Behandlungen im Überblick
Behandlungsmöglichkeiten für primäre Hyperhidrose gibt es viele - angefangen vom Einsatz von Anti-transpiranten bis hin zur Entfernung der Schweissdrüsen. Alle Methoden sollten exakt abgewogen werden, damit die richtige Behandlung für Ihr persönliches Problem gefunden werden kann. Bei einer sekundären Hyperhidrose sollte in erster Linie die Grundkrankheit behandelt werden.
ANTITRANSPIRANTEN (lokale Schweisshemmer)
- Der Einsatz von Antitranspiranten ist sicherlich die einfachste aller Methoden. Das am häufigsten verwendete Mittel ist Aluminiumchlorid. Das Prinzip der Antitranspiranten besteht in der Gerbung der Haut und damit dem Verschluss der Poren. Nachteil: Bei empfindlicher Haut entstehen Hautirritationen und Reizungen.
BOTULINUMTOXIN A
- Das Toxin des Bacteriums Chlostridium botulinum verhindert die Übertragung der Impulse von den Nervenenden auf die Schweissdrüse und verhindert auf diese Weise die Schweissbildung. Vor allem axillär eine sehr gute Methode.
IONTOPHORESE
- Bei der lontophorese werden die betroffenen Körperteile (Hände, Füsse) in ein Wasserbad getaucht, an das über Elektroden ein schwacher Gleichstrom angeschlossen wird. Die Ergebnisse sind unterschiedlich, manche Patienten mit geringer bis mässiger Hyperhidrose erzielen zufriedenstellende Ergebnisse, andere haben damit weniger Erfolg und halten die Methode für zu zeit- und kostenaufwändig.
MEDIKAMENTE
- Wenn die lokalen Massnahmen keinen Erfolg zeigen, kann eine medikamentöse Behandlung zerfolgen. Anticholinergische Medikamente wie Atropin oder haben die Fähigkeit, das Schwitzen zu unterbinden. Sie finden in der Therapie aber nur selten Verwendung wegen den beträchtlichen Nebenwirkungen wie Sehstörungen, trockener Mund und Müdigkeit.
- Als weiterer Wirkstoff kann Methantheliniumbromid (Vagantin®) eingesetzt werden. Methantheliniumbromid ist dem Botenstoff Acetylcholin unseres Nervensystems ähnlich. Er blockiert die Wirkung des Botenstoffes an den Nervenzellen und unterbindet die überschiessende Erregung der Schweissdrüsen.
- Methantheliniumbromid ist ein quarternäres Ammoniumderivat
mit anricholinerger Wirkung. Es unterscheidet sich von Atropin durch
das Überwiegen der Blockade der ganglionären gegenüber
der peripheren muskarinergen Übertragung. Methantheliniumbromid
vermindert den Tonus der glatten Muskulatur im Bereich des Magen-,
Darm- und Urogenitaltraktes. Es hemmt die Bronchial-, Speichel- und
Schweisssekretion sowie die Magensäuresekretion und lähmt
die Akkommodation. Die Wirkungsdauer von Methantheliniumbromid nach
oraler Gabe ist klinisch länger als die von Atropin; sie beträgt
bei einer therapeutischen Dosis von 50-100 mg ca. 6 Stunden. Methantheliniumbromid
ist mit der Indikation der Hyperhidrose seit 1951 im Handel.
(Literatur: Martina Hund, Ronald Sinkgraven, Berthold Rzany:
Randomisierte, plazebokontrollierte klinische Doppelblindstydie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit der oralen Therapie mit Methanthelinium-bromid (Vagantin®) bei fokaler Hyperhidrose
JDDG; 2004 • 2:343-349)
Methantheliniumbromid kann situativ, z. B. bei gesellschaftlichen bzw. beruflichen Anlässen, sowie dauerhaft (2x1 Dragees à 50 mg täglich) eingesetzt werden. Die Wirkung setzt nach ca. 30-60 Minuten ein. Untersuchungen zeigen, dass die Schweissproduktion hierdurch um bis zu 50% gemindert werden kann. - Bornaprin, ein dritter Wirkstoff, der häufig bei Hyperhidrose eingesetzt wird, wirkt besonders im zentralen Nervensystem. Deshalb können häufig unangenehme Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Übelkeit oder Konzentrationsstörungen auftreten. Methantheliniumbromid hat diese Nebeneffekte nicht, da es nicht auf das zentrale Nervensystem wirkt.
ENDOSKOPISCHE SYMPATHEKTOMIE
- Durch einen kleinen Schnitt in der Achseln öhle wird eine Nadel eingeführt. Es wird dann mittels CGv Gas ein Pneumothorax verursacht. Dadurch wird der Zugang zum Nervenstrang ermöglicht und dieser durchtrennt. Die Operationszeit beträgt circa 40 Minuten für beide Seiten. Der Eingriff wird in Allgemeinnarkose durchgeführt.
SAUGKÜRETTAGE DER SCHWEISSDRÜSEN
- Ähnlich der Fettabsaugung erfolgt der Eingriff in Tumeszenz-Lokalanästhesie. Die Schweissdrüsen werden über kleine Einschnitte mit speziellen Kanülen von der Unterseite der Haut entfernt und abgesaugt.
Weitere Tipps:
- Nutzen Sie das Angebot ausgleichender Aktivitäten oder Sportarten wie Yoga oder Stretching, die auch bei emotionalem, stressbedingtem Schwitzen erleichtern
- Verzichten Sie auf schweisstreibende Gewürze, Getränke wie Kaffee, Tee oder Alkohol und auf Nikotin
- Atmungsaktive, luftige und nicht übermässig warme Kleidungsstücke aus Naturfasern ermöglichen eine bessere Schweissaufnahme und -Verdunstung als synthetische Fasern
- Sprechen Sie mit einem Arzt über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten der Wechseljahresbeschwerden unter anderem Hitzewallungen oder Schweissausbrüche

