Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke® Monographie: Zu Ihrer Sicherheit finden Sie bei uns eine Kopie eines Vorabdruckes der Monographie von Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke
Wirkstoff: Clostridium botulinum Typ A Neurotoxinkomplex (900 kD).
Hilfsstoffe: Albuminum seri humani, Natrii chloridum.
Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke enthält Albumin vom Menschen. Albumin wird gemäss
den Spezifikationen des europäischen Arzneibuches unter standartisierten
Verfahren hergestellt und gewährleistet so die Virussicherheit.
Werden Arzneimittel, die aus menschlichem Blut oder Plasma gewonnen werden,
verabreicht, so können Infektionskrankheiten aufgrund der Übertragung
infektiöser Krankheitserreger nicht völlig ausgeschlossen werden.
Zur Verringerung des Risikos einer Übertragung infektiöser
Krankheitserreger wird die Auswahl der Spender und Spenden streng kontrolliert,
und das Produktionsverfahren beinhaltet Entfernungs- und/oder Inaktivierungsvorgänge.
Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit
Vakuumgetrocknetes Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung.
1 Injektionsflasche enthält: 100 Einheiten Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke.
Eine Einheit entspricht der LD50 nach intraperitonealer Injektion bei
Mäusen unter definierten Bedingungen. Diese Einheiten sind spezifisch
für Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke und dürfen nicht auf andere Botulinumtoxin-Präparate
(anderer Hersteller als Allergan) übertragen werden.
Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten
Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke ist indiziert zur Behandlung von mittelschweren bis schweren
Glabellafalten bei Erwachsenen, die durch Aktivität des M. corrugator
und M. procerus hervorgerufen werden.
Dosierung/Anwendung
Die Dosierungsempfehlungen für Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke sind nicht auf andere Botulinumtoxinpräparate
(anderer Hersteller als Allergan) übertragbar.
Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke darf nur von Fachärzten angewendet werden, die mit der
Applikation von Botulinumtoxin Typ A und mit der Anwendung der hierfür
erforderlichen Ausstattung die notwendige Erfahrung haben.
Es besteht nur wenig Erfahrung bei Patienten über 75 Jahre. Generell
sollte bei älteren Patienten vorsichtig dosiert werden.
Es wird empfohlen, die Behandlung mit der niedrigsten Dosierung zu beginnen.
Die optimale Dosis und die Anzahl der Injektionsstellen im jeweiligen
Muskel kann unter den Patienten variieren. Deshalb ist die Behandlung
eines Patienten vom behandelnden Facharzt individuell zu gestalten.
Das empfohlene Injektionsvolumen pro Muskelstrang beträgt 0,1 ml.
Siehe auch Verdünnungstabelle.
Übliche Dosierung
Die Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke-Lösung (100 E/2,5 ml) wird mit einer sterilen 30-Gauge-Nadel
injiziert. Es werden jeweils 0,1 ml (4 E) in jede der 5 Injektionsstellen
verabreicht, 2 in jeden M. corrugator und 1 in den M. procerus (Gesamtdosis
20 E) Um die Gefahr einer Ptosis zu reduzieren, sollte die Injektion
in der Nähe des M. levator palebrae superioris vermieden werden,
insbesondere bei Patienten mit grösseren Brauendepressorkomplexen.
Mediale Korrugator-Injektionen sollten mindestens 1 cm über dem
supraorbitalen Knochen platziert werden.
Eine Verbesserung der Glabellafalten tritt im allgemeinen innerhalb einer
Woche nach der Behandlung auf, wobei der Peakeffekt allgemein innerhalb
4 Wochen gesehen wird. Die Wirkung hält 3 bis 4 Monate an.
Sicherheit und Wirksamkeit einer häufigeren Anwendung sind bisher
noch nicht untersucht worden und wird daher nicht empfohlen.
Sollte der behandelnde Arzt dies für angemessen halten, können
Wiederholungsbehandlungen verabreicht werden, wenn die Wirkung der vorherigen
Injektion nachgelassen hat. Wiederholungsinjektionen sollten nicht häufiger
als alle 3 Monate erfolgen.
Sollte nach durchgeführter Erstapplikation auch nach einem Monat
kein therapeutischer Effekt eintreten, sind folgende Massnahmen durchzuführen:
- Analyse der Gründe für das Therapieversagen, z.B. schlechte
Isolierung der Muskeln, die injiziert werden sollen, zu geringe Dosis,
Injektionstechnik, Bildung von neutralisierenden Antikörpern.
- Überprüfung der Behandlung mit Botulinumtoxin Typ A als angemessene
Therapieform.
- Sofern im Rahmen der Initialbehandlung keine unerwünschten Wirkungen
aufgetreten sind, kann eine Wiederholungsbehandlung unter folgenden Voraussetzungen
vorgenommen werden: 1. Dosisanpassung unter Berücksichtigung der
Analyse des vorausgegangenen Therapieversagens, 2. Einhaltung eines 3-Monats-Intervalls
zwischen der Initial- und der Wiederholungsbehandlung.
Beim Ausbleiben des therapeutischen Effektes oder beim Nachlassen der
Wirkung bei Wiederholungsinjektionen sind alternative Behandlungsmethoden
in Betracht zu ziehen.
Anwendung bei älteren Patienten
Generell sollte die Wahl der Dosierung für ältere Patienten
vorsichtig erfolgen. In der Regel beginnt man zunächst am unteren
Ende des Dosierungsbereichs. Zu berücksichtigen ist das häufigere
Auftreten von erniedrigter Herzfunktion, Begleiterkrankungen und anderen
medikamentösen Therapien.
Anwendung bei jüngeren Patienten
Sicherheit und Wirksamkeit von Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke in der Behandlung von Glabellafalten
bei Personen unter 18 Jahren wurden nicht untersucht.
Kontraindikationen
Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem
der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.
Bei allgemeinen Störungen der Muskelaktivität (z.B. Myasthenia
gravis oder Eaton-Lambert-Syndrom).
Infektion an der(den) vorgesehenen Injektionsstelle(n).
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
Bevor Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke zum Einsatz kommt, sollten die Anatomie und alle Änderungen
der Anatomie infolge früherer chirurgischer Eingriffe bekannt sein.
Die empfohlenen Dosen und die Dosisintervalle von Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke sollten nicht überschritten
werden.
Selten wurden nach der Injektion von Botulinumtoxin anaphylaktische Reaktionen
beobachtet. Deshalb sollten - wie bei allen biologischen Präparaten
- Adrenalin und andere anti-anaphylaktische Massnahmen verfügbar
sein.
Bei der Behandlung grosser dystonischer Muskeln im Nackenbereich, bei
denen Botulinumtoxin Typ A in hohen Dosen injiziert wird, wurde in seltenen
Fällen über plötzliche Todesfälle berichtet, die
gelegentlich mit Dysphagie, Pneumonie und/oder anderen Schwächezuständen
assoziiert waren.
Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass der ärztliche
Notdienst sofort zu verständigen ist, wenn Schluck-, Sprech- bzw.
Atemstörungen auftreten.
Durch höhere Dosen und häufigere Injektionen kann die Antikörperbildung
gefördert werden. Dies kann zu Therapieversagen führen. Dies
kann die Wirksamkeit von späteren Behandlungen mit Boltulinumtoxin
Typ A für andere Indikationen beeinträchtigen.
Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke sollte nur mit Vorsicht angewendet werden bei Entzündung
der vorgesehenen Injektionsstelle oder bei ausgeprägter Schwäche
oder Atrophie des zu injizierenden Muskels. Bei Patienten mit amyotropher
Lateralsklerose oder mit Erkrankungen, die zu peripheren neuromuskulären
Dysfunktionen führen, sollte Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke ebenfalls nur mit Vorsicht
angewendet werden.
Vorsicht ist geboten, wenn Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke bei Patienten mit entzündlichem
Hautproblem an der Injektionsstelle, ausgeprägter Asymmetrie des
Gesichts, Ptosis, extremer Schlaffhaut, tiefen Hautnarben, dicker talgiger
Haut sowie Glabellafalten zur Anwendung kommt, die sich durch manuelles
Auseinanderdehnen nicht deutlich glätten liessen. Diese Patienten
wurden aus den Phase-3-Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit ausgeschlossen.
In klinischen Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit in der Behandlung
von Glabellafalten erhielten Patienten bis zu 3 Behandlungen und wurden über
einen Zeitraum von 12 Monaten beobachtet. Am Ende dieser 12 Monate wurden
in den auswertbaren Patientenproben keine neutralisierenden Antikörper
gefunden.
Interaktionen
Spezielle Untersuchungen zu möglichen klinischen Wechselwirkungen
mit diesen oder anderen Arzneimitteln wurden nicht durchgeführt.
Die Wirkung von Botulinumtoxin kann bei gleichzeitiger Verabreichung
von Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke und Aminoglycosiden, Spectinomycin oder anderen Medikamenten,
welche die neuromuskuläre Übertragung beeinträchtigen
(wie z.B. Muskelrelaxantien des Tubocurarin-Typs, curareartige, nicht
depolarisierende Blocker, Lincosamide, Polymyxine, Quinidin, Magnesiumsulfat,
Anticholinesterasen, Succinylcholinchlorid), potenziert werden.
Die Wirkung ist nicht bekannt, wenn unterschiedliche Botulinumneurotoxin-Serotypen
gleichzeitig oder innerhalb von mehreren Monaten verabreicht werden.
Eine stark ausgeprägte neuromuskuläre Schwäche kann sich
durch die Verabreichung eines anderen Botulinumtoxins vor dem Verschwinden
der Wirkungen eines zuvor verabreichten Botulinumtoxins verschlimmern.
Schwangerschaft/Stillzeit
Tierstudien haben unerwünschte Effekte auf den Fötus gezeigt
(Reproduktionstoxikologie), und es existieren keine kontrollierten Humanstudien.
Inwieweit ein potentielles Risiko für den Menschen besteht, ist
nicht bekannt. Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke sollte daher während der Schwangerschaft
nicht angewendet werden.
Es ist nicht bekannt, ob Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke in die Milch übergeht. Die Anwendung
von Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke während der Stillzeit kann nicht empfohlen werden.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen
Der Einfluss von Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke auf die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme
am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen kann nur nach der
Behandlung beurteilt werden.
Unerwünschte Wirkungen
Aufgrund von Untersuchungsergebnissen aus kontrollierten klinischen Studien
sind bei der Behandlung mit Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke für 24% der Patienten behandlungsbedingte
unerwünschte Wirkungen zu erwarten. Nebenwirkungen können mit
der Behandlung, mit der Injektionstechnik oder beidem zusammenhängen.
Generell treten Nebenwirkungen innerhalb der ersten Tage nach der Injektion
auf und sind in der Regel vorübergehend.
Lokale Muskelschwäche stellt eine erwartete pharmakologische Wirkung
von Botulinumtoxin dar. Blepharoptosis hängt mit der pharmakologischen
Wirkung von Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke zusammen und kann durch die Injektionstechnik bedingt
sein.
Folgende unerwünschte Reaktionen wurden nach Behandlung mit Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke
beobachtet:
Reaktionen an der Injektionsstelle
Häufig (1%-10%): Lokale Schmerzen/Brennen/Stechen, Ödeme und/oder
Blutergüsse.
Nervensystem
Sehr häufig (>10%): Kopfschmerzen (13,3%).
Häufig (1%-10%): Schmerzen im Gesicht, lokale Muskelschwäche.
Gelegentlich (0,1%-1%): Schwindel, Übelkeit, Mundtrockenheit, Spannungsgefühl
der Haut, Fehlempfindungen, Zuckungen.
Auge
Häufig (1%-10%): Blepharoptose.
Gelegentlich (0,1%-1%): Augenschmerzen, Ödema (Gesicht, Augenlid,
periorbital), Lidentzündungen (Blepharitis), visuelle Störungen,
Lichtempfindlichkeit.
Haut
Häufig (1%-10%): Hautrötung.
Gelegentlich (0,1%-1%): Juckreiz, trockene Haut.
Immunsystem
Gelegentlich (0,1%-1%): Grippeähnliche Anzeichen, allgemeine Schwäche,
Fieber, Infektion.
Psyche
Gelegentlich (0,1%-1%): Besorgnis.
Gastrointestinale Beschwerden
Gelegentlich (0,1%-1%): Übelkeit.
Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden seit der Markteinführung
des Arzneimittels für andere, klinische Indikationen (nicht für
Glabellafalten) berichtet: Exanthem (einschliesslich Erythema multiforme,
Urticaria und psoriasisartiger Ausschlag), Augentrockenheit, Gesichtslähmung,
gesteigerte Muskelspannung, Dysphagie, allergische Reaktionen, Lagophthalmus,
Dyspnoe und Aspirationspneumonie als Folge einer diagnostizierten Dysphagie.
Selten wurden unerwünschte Wirkungen berichtet, die das kardiovaskuläre
System betrafen, wie Arrhythmie und Herzinfarkt, einige davon mit tödlichem
Ausgang. Einige dieser Patienten wiesen Risikofaktoren, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
auf. Der genaue Zusammenhang dieser Ereignisse mit der Botulinumtoxininjektion
ist nicht festgestellt.
Überdosierung
Fälle systemischer Intoxikation aufgrund versehentlicher Injektion
von Botulinumtoxin Typ A-Lösungen wurden nicht berichtet. Fälle
von oraler Aufnahme von Botulinumtoxin Typ A sind nicht bekannt. Symptome
einer Überdosierung treten nicht unmittelbar nach einer Injektion
auf. Nach versehentlicher Injektion oder Ingestion muss der Patient mehrere
Tage medizinisch überwacht werden. Symptome systemischer Intoxikation
können generalisierte Schwäche oder Paralyse sein.
Bei Auftreten von Anzeichen einer Intoxikation mit Botulinumtoxin Typ
A (generalisierte Schwäche, Ptosis, Diplopie, Schluck- und Sprechstörungen
oder Parese der Atemmuskulatur) ist eine stationäre Behandlung einzuleiten.
Eigenschaften/Wirkungen
ATC-Code: M03AX01
Wirkungsmechanismus
Der Clostridium botulinum Toxin Typ A blockiert durch Spaltung von SNAP-25
die periphere Acetylcholin-Freisetzung an den präsynaptischen Nervenendigungen.
SNAP-25 ist ein Protein, das wesentlich ist für die erfolgreiche
Bindung und Freisetzung von Acetylcholin aus den Vesikeln, die sich in
den Nervenendigungen befinden.
Nach der Injektion erfolgt initial eine hoch-affine Bindung des Toxins
an spezifische zelluläre Oberflächenrezeptoren. Durch einen
Rezeptor-vermittelten Endozytose-Prozess wird das Toxin durch die Plasmamembran
transportiert und anschliessend im Cytosol freigesetzt. Dieser Prozess
wird von einer progressiven Inhibition der Acetylcholin-Freisetzung begleitet.
Klinische Befunde manifestieren sich innerhalb von 2-3 Tagen. Die maximale
Wirkung ist 5-6 Wochen nach der Injektion zu beobachten.
Pharmakodynamik
Nach intramuskulärer Injektion erfolgt innerhalb von 12 Wochen die
Wiederherstellung der Impulsübertragung durch neugebildete Nervenendigungen
und deren Wiederverbindung mit den motorischen Endplatten.
Klinische Wirksamkeit
Zwei randomisierte, doppelblinde, plazebokontrollierte Multizenterstudien
der Phase 3 mit Parallelgruppen, die identisch angelegt waren, untersuchten
die Anwendung von Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke zur vorübergehenden Verbesserung des
Aussehens mässiger bis starker Glabellafalten. An den Studien nahmen
gesunde Erwachsene (im Alter von 18 bis 75 Jahren) mit Glabellafalten
teil, die bei maximalem Stirnrunzeln mindestens mässig ausgeprägt
waren. Ausgeschlossen waren Patienten mit Infektion oder Hautproblemen
an der Injektionsstelle, mit Faszialislähmung in der Anamnese, ausgeprägter
Asymmetrie des Gesichts, Ptosis, extremer Schlaffhaut, tiefen Hautnarben,
dicker talgiger Haut, mit Glabellafalten, die sich durch manuelles Auseinanderdehnen
nicht deutlich glätten liessen oder Patienten mit neuromuskulärem
Leiden in der Anamnese oder mit anderen Störungen, welche die neuromuskuläre
Funktion beeinträchtigen können. Die Probanden erhielten eine
einmalige intramuskuläre Injektion mit entweder Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke (n = 405,
kombinierte Studien) oder Plazebo (n = 132, kombinierte Studien). Das
Injektionsvolumen betrug 0,1 ml pro Injektionsstelle, so dass
sich in den Verumgruppen eine Dosis von 4 E pro Injektionsstelle ergab.
Die Probanden erhielten an fünf Stellen intramuskuläre Injektionen;
eine in den M. procerus und zwei in jeden M. corrugator supercilii, so
dass die Gruppen mit Verumbehandlung eine Gesamtdosis von 20 E erhielten.
Die beiden primären Zielvariablen für die Wirksamkeit bestanden
aus der Beurteilung des Schweregrads der Glabellafalte bei maximalem
Stirnrunzeln 30 Tage nach Injektion durch den Arzt sowie aus der globalen
Beurteilung der Veränderung des Aussehens der Glabellafalten 30
Tage nach Injektion durch die Probanden.
Für die Beurteilung durch den Arzt wurde in jedem Prüfzentrum
ein Leitfaden mit Photos überlassen, der bei der Klassifizierung
des Schweregrades der Glabellafalten anhand einer 4-Punkte-Skala behilflich
war (0 = keine Falten, 1 = leichte, 2 = mässige, 3 = schwere Falten).
Als Behandlungserfolg wurde das Erreichen von Schweregrad 0 oder 1 definiert.
Für die globale Beurteilung der Veränderung im Aussehen der
Glabellafalten mussten die Probanden folgende Frage beantworten: «Wie
würden Sie die Veränderung des Aussehens Ihrer Glabellafalten
im Vergleich zu dem Aussehen unmittelbar vor der letzten Injektion einstufen?» Die
Beurteilungen durch die Probanden reichten von +4 (100%ige Besserung)
bis -4 (sehr deutliche Verschlechterung, etwa 100% schlechter oder grösser).
Als Behandlungserfolg wurde eine Einstufung von mindestens +2 (mässige
Besserung, ca. 50%) festgelegt.
Das Durchschnittsalter betrug 46,0 Jahre; der Altersbereich reichte von
22 bis 78 Jahren. Von diesen waren 68,2% (366/537) 50 Jahre alt oder
jünger, 31,8% (171/537) 51 Jahre alt oder älter und 6,0% 65
Jahre alt oder älter.
Die meisten Probanden waren weiblich, 81,9% (440/537), und 83,8% (450/537)
waren weisshäutig und europäischer Abstammung.
In klinischen Studien erhielten Probanden bis zu drei Injektionen über
einen Zeitraum von 12 Monaten. Die erste doppelblinde Phase der Studie
dauerte 16 Wochen. Nach Beendigung der doppelblinden Phase konnten die
Probanden in eine offene Studie aufgenommen werden und erhielten Wiederholungsbehandlungen
mit Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke in im Prüfplan festgelegten Abständen von 4 Monaten.
30 Tage nach Injektion beurteilten die Ärzte die Behandlung bei
80% der 405 mit Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke behandelten Probanden als Erfolg (keine oder
nur leichte Falten bei maximalem Stirnrunzeln), verglichen mit 4% der
mit Plazebo behandelten Probanden. Zum selben Zeitpunkt schätzen
89% der mit Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke behandelten Probanden die Besserung als mässig
oder besser ein, verglichen mit 7% der mit Plazebo behandelten Probanden.
120 Tage nach Injektion beurteilten die Ärzte die Behandlung bei
25% der mit Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke behandelten Probanden als Erfolg (keine oder nur
leichte Falten bei maximalem Stirnrunzeln), verglichen mit 1,6% der mit
Plazebo behandelten Probanden. Zum selben Zeitpunkt schätzten 39%
der mit Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke behandelten Probanden die Besserung als mässig
oder besser ein, gegenüber 1% der mit Plazebo behandelten Probanden.
Anwendung bei älteren Patienten
In klinischen Studien mit Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke war die Zahl der Probanden älter
als 65 Jahre nicht ausreichend, um statistisch zu ermitteln, ob ältere
Probanden anders auf die Behandlung ansprechen als jüngere. In den
beiden identischen im Verhältnis 3:1 randomisierten, multizentrischen,
doppelblinden, plazebokontrollierten Phase-3-Wirksamkeitsstudien lagen
die Ansprechraten für die beiden kombinierten primären Wirksamkeitsvariablen
bei Probanden ≤50 Jahren höher als bei Probanden ≥65 Jahren.
Die auf einem kombinierten Datenset beruhende Analyse zeigte, dass bezüglich
der Endpunkt-Beurteilung (am 30. Tag; in der Probandengruppe im Alter ≥65
Jahren) durch den Arzt bei 39% (9/23) der Probanden die Behandlung als
Erfolg eingestuft wurde, verglichen mit 22% (2/9) in der Placebogruppe.
Dieser Unterschied ist weder statistisch verschieden (p = 0,228) noch überschreitet
er den im voraus festgelegten 30%-Punkte-Unterschied, der für die
Definition «klinisch signifikant» erforderlich ist. Bei der
Beurteilung durch den Arzt bestanden bei dieser Altersgruppe bei maximalem
Stirnrunzeln keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den
Gruppen. Es bestand ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten
von Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke bei der globalen Beurteilung durch die Probanden zu allen
Zeitpunkten (p = 0,036) ausser am 120. Tag (p = 0,214).
Bisher wurden zu wenig Patienten über 75 Jahre behandelt, um einen
aussagekräftigen Vergleich zu ermöglichen.
Pharmakokinetik
Aufgrund der Beschaffenheit von Botulinumtoxin Typ A wurden keine klassischen
Resorptions-, Verteilungs-, Biotransformations- und Eliminationsuntersuchungen
mit dem Wirkstoff durchgeführt.
Verteilungsstudien bei Ratten zeigen eine langsame Diffusion des radioaktiv
markierten Botulinumtoxin A im M. gastrocnemius, gefolgt von einer raschen
systemischen Metabolisierung und Ausscheidung im Urin.
Die Halbwertzeit des markierten Materials betrug etwa 10 Stunden. An
der Injektionsstelle wurde Radioaktivität an grosse Protein-Moleküle
gebunden. Im Plasma erfolgte die Bindung an kleine Moleküle, was
auf einen schnellen systemischen Metabolismus schliessen lässt.
Innerhalb von 24 Stunden nach Applikation wurden 60% der Radioaktivität über
den Urin ausgeschieden. Das Toxin wird vermutlich von Proteasen metabolisiert
und die Molekülkomponenten werden auf dem normalen Stoffwechselweg
wiederverwertet.
Distribution
Verteilung des arzneilich wirksamen Bestandteils im Patienten: Es wird
angenommen, dass therapeutische Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke-Dosen wenig systemisch verteilt
werden. In klinischen Studien konnte mit Hilfe der Einzelfaser-EMG-Technik
für Muskeln, die entfernt von der Injektionsstelle lagen, eine erhöhte
elektrophysiologische neuromuskuläre Aktivität gezeigt werden.
Gleichzeitige klinische Befunde oder Symptome wurden nicht beobachtet.
Präklinische Daten
Reproduktionstoxikologie
Trächtige Mäuse, Ratten und Kaninchen erhielten während
der Organogenese intramuskuläre Injektionen von Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke. Der NOAEL-Wert
(No Observed Adverse Effect Level) in der Entwicklungsphase lag bei 4,1
bzw. 0,125 Einheiten/kg Körpergewicht. Höhere Dosen führten
zu verminderten fetalen Körpergewichten und/oder verzögerter
Skelett-Ossifikation. Bei Kaninchen wurden Aborte beobachtet.
Andere Untersuchungen
Zusätzlich zur Reproduktionstoxikologie wurden die folgenden präklinischen
Studien zur Sicherheit von Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke durchgeführt: akute Toxizität,
chronische Toxizität, lokale Verträglichkeit, Mutagenität,
Antigenität sowie Verträglichkeit mit menschlichem Blut. Für
klinisch relevante Dosen konnte in diesen Studien kein spezielles Risiko
für den Menschen nachgewiesen werden. Dies wird auch bestätigt
durch die langjährige Erfahrung mit diesem Arzneimittel in einer
Vielzahl klinischer Indikationen, in denen ähnliche Dosen eingesetzt
werden wie zur Behandlung von Glabellafalten (Blepharospasmus, hemifazialer
Spasmus und Strabismus), sowie in Indikationen, die höhere Dosen
erfordern (Nackendystonie, fokale Spastizität bei Erwachsenen nach
Schlaganfall und bei Kindern mit Zerebralparese). Aus der Literatur ist
für juvenile Affen bei intramuskulärer Applikation eine LD50
von 39 Einheiten/kg Körpergewicht bekannt.
Sonstige Hinweise
Inkompatibilitäten
Da keine Verträglichkeitsstudien zu möglichen Inkompatibilitäten
durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Haltbarkeit
Auf der Packung mit «verwendbar bis» bezeichnetes Verfalldatum
beachten.
Nach Auflösung des Pulvers kann die gebrauchsfertige Injektionslösung
bis zu 4 Stunden bei 2-8 °C aufbewahrt werden.
Besondere Lagerungshinweise
Im Kühlschrank bei 2-8 °C oder Gefrierschrank bei ≤-5 °C
lagern.
Hinweise für die Handhabung
Zubereitung der Injektionslösung
Das Rekonstituieren des Flascheninhalts und das Aufziehen der Spritze
ist über plastikbeschichteten Papiertüchern durchzuführen,
um evtl. Spritzer aufzufangen. Zur Herstellung einer gebrauchsfertigen
Lösung von Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke ist unkonservierte, sterile physiologische Kochsalzlösung
(0,9%ige Natriumchloridlösung zur Injektion) zu verwenden.
Die vorgeschriebene Menge Lösungsmittel (siehe Verdünnungstabelle
unten) wird in eine Spritze geeigneter Grösse aufgezogen und das
Lösungsmittel in die Flasche injiziert.
Zugesetztes Lösungsmittel: 2,5 ml.
Dosis (in Einheiten pro 0,1 ml): 4,0 E.
Die Injektionsflasche darf nicht verwendet werden, wenn das Lösungsmittel
nicht durch den Unterdruck eingezogen wird. Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke vorsichtig durch
Rotieren der Flasche mit der Kochsalzlösung mischen. Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke sollte
innerhalb 4 Stunden nach der Auflösung verwendet werden.
Das aufbereitete Botulinumtoxin für kosmetische Zwecke ist eine klare farblose bis leicht gelbliche
Lösung, die frei von sichtbaren Teilchen ist. Die zubereitete Lösung
sollte vor Anwendung auf Klarheit und Schwebeteilchen hin mit dem Auge überprüft
werden.
Rekonstituierte Lösung kann vor Anwendung bis zu 4 Stunden im Kühlschrank
bei 2-8 °C aufbewahrt werden.
Verbleibende Restmengen der Toxinlösung sind fachgerecht zu entsorgen.
Entsorgung der Toxinlösung
Zur sicheren Entsorgung sollten ungebrauchte Injektionsflaschen mit etwas
Wasser aufbereitet und autoklaviert werden. Alle gebrauchten Injektionsflaschen,
Spritzen, vergossenen Lösungsreste etc. sollten ebenfalls im Autoklav
inaktiviert werden. Rückstände des Botulinumtoxins können
auch mit verdünnter Hypochloritlösung 0,5% inaktiviert werden.
Die Lösung sollte mindestens 5 Minuten einwirken..

