Ihre Haut:
Ihre Haut ist ein wunderbares Organ. Sie ist viel mehr als nur eine Hülle. Haut ist im sozialen Miteinander eines der wichtigsten Kontakteorgane überhaupt. Sie kann sich samt und angenehm anfühlen, sie kann gut oder schlecht riechen, sie kann spürbar behaart oder nahezu haarlos sein. Haut ist ein Schutz vor mechanischen Einflüssen, vor thermischen Einflüssen und ermöglicht auch aufgrund ihrer Speicherfunktionen die Einlagerung von Wasser und Energie. Haut ist auch ein hormonelle wirksames Organ, Haut ist als Grenze Fläche ein entscheidendes Moment in der Abwehr von Infekten und Allergien.
Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Die Dermatologie als Organfach deckt nicht nur die reinen Hauterkrankungen ab, sondern auch die inneren Krankheiten welche sich häufig zuerst auf der Haut manifestieren. nicht zu vergessen sind auch die psychischen Probleme: So ist davon auszugehen dass etwa 1/3 aller dermatologischen Patienten auch psychisch Probleme haben. Dies ist in unserer heutigen, stressigen Welt ja kaum verwunderlich.
Tragen Sie zu Ihrer Haut sorge, pflegen sie ist durch für die richtige Auswahl an Reinigungsprodukten, an rückfettenden Lotionen, an Sonnenschutz und nicht zuletzt durch eine gesunde vernünftige Lebensweise. Dies beinhaltet insbesondere eine Ernährung welche die ganze Palette von Nahrungsmitteln abdeckt, genügend Schlaf, genügend Bewegung, mäßig Alkohol und ein absolutes Nikotinverbot.
So werden sie entsprechend lange Jahre an ihrer Haut Freude haben können und sich vielleicht da und dort Komplimente für Ihr jugendliches und frisches Aussehen ergattern können.
Die folgenden Seiten sollen ihnen einige anatomische und physiologischen Fazetten der Haut aufzeigen, benützen Sie dazu die auf dieser Seite vorhandenen Links.
Wie wird Ihre Haut untersucht: Hautuntersuchung
Benötigte Ausrüstung
- starkes direktes Licht mit guter Ausleuchtung
- Taschenlampe
- Handschuhe
- Dermatoskop
- Glasspatel
- Broq’ Curette oder Holzzungenspatel
- Wood Lampe
- Mikroskop
Funktionen der Haut
- Schutz (gegen Trauma, Infektion)
- Regulation der Körpertemperatur
- Verzögerung des Flüssigkeitsverlustes
- Sensorische Perzeption, Tastsinn, Schmerzwahrnehmung auf äussere Einflüsse
- Synthese von Vitamin D.
- Blutdruckregulation (durch Konstriktion von Blutgefäßen in der Dermis)
- Reparatur von oberflächlichen Wunden
- Ausscheidung von Schweiß, Harnstoff, Milchsäure
- assoziiert mit Ausdrücken von Gefühlen
Untersuchungsgang
Subjektive Angaben: Anamnese
Persönliche Daten/jewils auch familiär (PA/FA)
- frühere Hautläsionen/Hautkrankheiten
- Veränderungen der Pigmentation
- Veränderungen von Muttermalen
- exzessive Trockenheit/Feuchtigkeit
- Juckreiz
- blaue Flecken/Einblutungen
- Ausschläge oder Läsionen
- Medikamente
- Haarverlust
- Nagelveränderungen
- Freizeit/Berufsrisiken
- Körperpflegeverhalten
- Allergien
- Heuschnupfen
Übersicht über das jetzige Grundproblem/jetziges Leiden (JL)
- kürzliche Haut-, Haar-, Nagelveränderungen
Symptome
A L C A T R A Z
- Auftreten seit wann?
- Lokalisation?
- Charakteristik der Läsionen?
- Assoziierte Symptome?
- Timing - zeitlicher Verlauf?
- Relativer Schweregrad subjektiv (Patient) und objektiv (Arzt)
- Aggravierende oder erleichternde Faktoren?
- Zuordnung der Efflorenszenzen im Rahmen des Gesamtsystems, Ursachen?
Objektive Daten: Untersuchung der Haut
Inspektion
- wenn möglich ganzer Körper
- Farbe der Effloreszenzen
- Uniformität der Effloreszenzen
- Dicke der Effloreszenzen
- Symmetrie der Effloreszenzen
- Hygiene
Palpation
- Feuchtigkeit
- Temperatur
- Turgor
- Verschieblichkeit
- Textur
Beurteilung von Hautläsionen
- Größe: Mae in Zentimeter
- Form: rund, oval, regulär, irregulär
- Farbe: Rot, braun, schwarz, gelb usw.
- Anordnung: einzeln, gruppiert, linear, diffus
- Charakteristik: flach, erhaben, vertieft, Exsudat (Farbe, Geruch); lokalisiert oder generalisiert
Primärlasionen:
- Makel: flache, nicht tastbare Ausdehnung < 1 Zentimeter Durchmesser (Freckle/Ephelide)
- Papel: rundliches, leicht erhabenes Areal kleiner als 1 cm (Aknepapel)
- Fleck: flache, nicht tastbare Ausdehnung > 1 Zentimeter Durchmesser (Vitiligo)
- Plaque: erhabene, tastbare Ausdehnung > 1 Zentimeter Durchmesser (Psoriasis)
- Quaddel: tastbare, erhabene Rötung, oft mit hypämischem Randsaum (Insektenstich)
- Knoten: ein bis 2 cm durchmessenden Verhärtung in der tieferen Dermis (Lipom)
- Tumor: Knoten über 2 cm messend
Sekundärläsionen:
- Vesikel: Läsion < 1 cm, gefüllt mit seriöser Flüssigkeit (Varizellen)
- Blase: Vesikel größer 1 cm, gefüllt mit Flüssigkeit (Verbrennungsblase)
- Pustel: erhabene Läsion, endlich eine Vesikel gefüllt mit Eiter (Akne)
- Zyste: erhabene, eingekapselte Veränderung in der Dermis oder dem subkutanen Fettgewebe
- Schuppe: aus mehrerer Lagen Keratin bestehende Hautflocke
- Keloid: wachsende, teils tumorartige Narbe
- Erosion: Intraepidermaler Defekt
- Exkoriation: Abrasion, das Korium ist sichtbar verletzt
- Ulkus: Ganze Dermis durchbrochen bis in die Subcutis
Das A, B, C, D, E der frühen Anzeichen für ein Melanom.
- A = Asymmetrie
- B = Begrenzung
- C = Coloration
- D = Durchmesser die
- E = Elevation und Evolution
Examination von Haaren und Nägeln
Haar:
- Textur (Dicke, Fasrigkeit, Glanz, Sprödigkeit usw)
- Menge
- Verteilung
- Behaarungsmuster
- Hirsutismus
- Alopezie
- Lausbefall
Nägel:
- Farbe
- Länge
- Symmetrie
- Sauberkeit
- Textur
- Adhärenz zum Nagelbett
- Wuchsform
- Nagelmöndchen
- umgebende Rötung, Schwellung, Eiter etc.
Spezielle Hauläsionen
Hautvariationen ohne Krankheitswert
- Striae: silbrig oder rosafarbene Dehnungsstreifen
- Vitiligo: unpigmentierte Haut
- Muttermale: Farbe bis dunkelbraun, erhaben oder flach, Veränderungen
- Freckles (Sonnenflecken): kleine, flache Makeln
- Geburtsmale: Farbe, rötlich, oder braun und flach
Hautbefunde mit möglichem Krankheitswert
- Zyanose: Bläuliches Colorit der Haut oder gräuliche Verfärbung der Lippen; vermehrt ungesättigtes Hämoglobin aufgrund einees Sauerstoffmangels.
- Blässe: bleich, Blutarmut
- Gelbsucht: Gelb durch erhöhtes Bilirubin Pigment
- Erythem: Rot durch erhöhten kutanen Blutfluss oder generalisierte Blutfülle (Plethora)
- Gefässvariationen ohne Krankheitswert: Cherry/Strawberry Angiom: kleine, erhabene, rote Areale am Stamm
- Spider nervus/Naevus araneus: kleine, rote sich verästelnde Arteriole, welche wegdrückbar ist.
- Teleangiektasie: dauerhafte Dilatation von Probleme von oberflächlichen Kapillaren und Venulen welche wegdrückbar sind
Gefässabnormalitäten mit möglichem Krankheitswert
- Petechien: rötliche, purpurene Punkte
- Ekchymosen (Blutungen): Rot, purpurene, gelb, grün oder schwarz in unterschiedlichen Größen.
- Purpura: bräunliche des rötliche oder purpurene Verfärbungen durch einen Blutungen ins Gewebe (tastbar oder nicht tastbar).
Bedingungen welche das Risiko für allen Hautkrebs erhöhen:
- Heller Hauttyp
- Anamnese mit schweren Sonnenbränden
- Persönliche oder familiäre Anamnese mit Hautkrebs
- Häufige Sonnenexposition in der freien Natur
- Vorbestehende Strahlungbelastung
- Vorbestehende Exposition mit verschiedenen chemischen Substanzen (Kohle, Petrol, Asphalt)
- Wiederholte Verletzung und Irritation innerhalb des gleichen Hautareals
- Männliches Geschlecht
- Alter > 50 Jahre alt

