Neurodermitis - Gesunde Haut
Was macht den Unterschied?Grundsätzlich macht gesunde Haut keinerlei Beschwerden, mit anderen Worten man spürt gesunde Haut nicht. Aus diesem Grund bedarf gesunde Haut auch keinerlei Therapie. Was jedoch auch eine gesunde Haut gelegentlich benötigen kann, ist eine vorbeugende Pflege um das Auftreten von verschiedensten dermatologischen Störungen, insbesondere von einer Dermatitis atopica zu vermeiden. Der Begriff Atopie kommt aus dem Griechischen
und erläutert die Bereitschaft mancher Menschen auf spezifische
Stubsubstanzen ihrer natürlichen Umgebung in besonderer Weise
zu reagieren. Dabei wird von einer bereits vorbestehenden Allergieneigung
ausgegangen. Die Patienten mit Atopie bilden Antikörper gegen
verschiedenste Substanzen so Gräser, Blüten und Baumpollen
sowie Sporen verschiedener Pilze, Hausstaubmilben und gegen verschiedenste
Nahrungsmittel. Differentialdiagnosen der Neurodermitis/atopische Dermatitis
Juckreiz:Zum Thema Juckreiz ist bisher wenig bekannt. Jede Person kratzt sich im Tage x-mal weil es juckt - Keiner weiss was Juckreiz eigentlich auslöst. Juckreiz kann allerdings in seiner Schärfe so weit ausgeprägt sein, dass er führ den Patienten entsprechend wesentlich beeinträchtinger als eine Schmerzsymptomatik. Beim Neurodermitiker wird häufig die Grenze des normalen alltäglichen Juckreizes überschritten, hier tritt dann zumeist ein quälender Juckreiz insbesondere nach Wasserkontakt aber auch nach psychogenem Stress auf. Beim Neurodermitiker häufig kommt dann zumal eine in Gangsetzung eines Teufelskreises mit gesteigertem Juckreiz, psychischem Stress, erneutem Durchschlagen auf die Juckreizsymptomatik zum Tragen. Juckreiz als gesamtes ist nicht primär nur eine Folge eines entzündlichen Geschehens sondern häufig auch durch die Hautaustrocknung bedingt (Exsikationsekzem, Altersekzem). Dies wird häufig auch beim sogenannten Pruritus senilis (Altersjuckreiz) gesehen. Alte Menschen zeigen häufig über längere Phasen, einen störenden Juckreiz, welcher aber nicht mit Rötung und anderen entzündlichen Symptomen einhergeht. Ekzem- und Juckreizbehandlung:Ekzeme - dieser Begriff sagt nichts aus über die Ursache sondern nur über das Wie der Hautentzündung - sind entzündliche Veränderungen der Haut. Dabei spielen sowohl die Ober- wie auch die Lederhaut mit. Wenn das Wort Entzündung ins Spiel kommt, dann kommt auch der beste Entzündungshemmer zum tragen. Dabei handelt es sich topisch insbesondere um Steroide (Kortisonpräparate). Damit ist schon angetönt, dass es sich bei den Kortisonen sicherlich um die potentesten Entzündungshemmer im lokalen Bereich handelt, welche haeufig zur Ekzembekämpfung eingesetzt werden können. Häufig wird von vielen Patienten allerdings eine gewisse Angst gegenüber den Kortisonen angemeldet, diese Angst ist insbesondere beiden kurzzeitigen Anwendung völlig unbegründet, kommen doch die typischen Langzeitsteroidwirkungen (lokale Immunabschwächung, Atrophie der Haut) nicht zum Tragen. Kortisone sollten grundsätzlich entweder nur Kurzfristig oder in Intervallen eingesetzt werden. Dabei kann dann die Nebenwirkung vernachlässigt werden, es verhält sich im Prinzip so wie wenn jemand heisses Spaghettiwasser mit dem Finger auf seinen Salzgehalt prüft. Wenn der Finger nur kurz im heissen Wasser gelassen wird, sind keine Wirkungen und keine Schmerzen zu erwarten. Häufige Fehler bei der Kortisonbehandlung sind allerdings das Weglassen von zusätzlichen begleitenden Therapiemassnahmen. Dazu gehören insbesondere die Rückfettung mit entweder harnstoffhaltigen oder milchsäurehaltigen Präparaten, welche als Hautbefeuchter zusätzlich wirken. Diesen sogenannten Moisterizern können auch noch antipruriginöse Substanzen wie z. B. Thesit (ein lokales Aneaesthetikum) oder Menthol zugeführt werden. Daneben ist entsprechend der Patient zu einer vernünftigen Hautreinigung zu erziehen. Als adjuvante Massnahme kann bei akuten Juckreiz ein kaltes Duschbad empfohlen werden. Zur Bekämpfung der neurodermitischen Symptome gehören natürlich das Auslassen der verschiedensten möglichen Auslösungsfaktoren. Insbesondere spezifien Nahrungsmittel, Haustiere usw. können eine Rolle spielen. Grundsätzlich ist aber bei einer Ekzemerkrankung primär der akute Schub des Patienten zu stopen. Allfällige (leider viel zu oft durchgeführte ) Allergietest können später nachgereicht werden und werden im Wesentlichen auf Grund der Krankengeschichte des Patienten durchgeführt. Allergietestungen mit unzähligen Substanzen inklusive Nahrungsmittel sind primär als unsinnig anzusehen und treiben im Wesentlich jediglich die Kosten hoch. In der Regel weiss ein Patient sehr genau, auf welche Substanzen er Reaktionen zeigt. Behandlung der atopischen DermatitisDermatologische Basistherapie
Anti-inflammatorische Therapie
Antipruriginöse Therapie
Adjuvante Therapie
Körperreinigung und Hautpflege:Es ist bereits oben angetönt worden, dass ein wesentlicher Bestandteil beim Neurodermitiker die Hautpflege umfasst. Der Wert der Hautpflege ist vor allem im subakuten und chronischem Stadium unter Umständen höher ein zusetzten als irgend welche Kortisontherapie. Bei der Hautpflege geht es vor allem darum, keine Fehler gegenüber der doch angegriffenen Haut zu begehen. Insbesondere ist Wasserkontakt zu meiden bzw. der Wasserkontakt sehr kurz zu halten. Bäder sollen in der Regel 35 Grad Celsius nicht übersteigen und kurz gehalten werden. Am Besten wird auf sich verzichtet. Täglich ist einmal Duschen erlaubt. Dabei sollten rückfettende Präparate oder sogar Oelbäder benutzt werden. Auf jeden Fall ist eine Rückfettung der gesamten Haut nach dem Bade unabdingbar. Dies kann in der akuten, noch juckenden Phase mittels juckreizstillenden Emollientien durchgeführt werden. Langfristig ist allerdings dann vor allem auf die rückfettende bzw. rückfeuchtende Wirkung der Präparate abzuzielen. Bei akuten Ekzemschüben können gelegentlich auch kalte Duschbäder eine gewisse positive Wirkung zeigen. Dies auch, weil durch eine akute Kälteschauer die eigene, endogene Kortisonproduktion angeregt wird und so das Ekzem auch auf diesem Wege verbessert wird. Bezüglich der Duschtemperatur soll wie oben angetönt kalt geduscht werden, die Temperatur sollte 30 Grad nicht übersteigen. Wasser ist ein, wenn auch schwaches Lösungsmittel und warmes Wasser lösst die entsprechenden Hautlipide besser als kaltes Wasser aus der Haut aus. Weitere therapeutische Massnahmen:Im Weiteren kann im akuten und subakuten Schub einer Neurodermitis auch die Gabe von systhemischen Antihistaminika unverzichtbar sein. Diese Medikamente haben keinerlei Zusammenhang mit den Kortisonen und zeigen als Nebenwirkung gelegentlich dass Auftreten von Müdigkeit (in der Regel die älteren Präparate, 1. Generation). Durch die Blockade des Endstückes des allergischen Weges (Histamin) unterbleibt so auch die Auslösung des Juckreizes und es ist somit auch möglich zusätzlich die negative Stressrelation zwischen Juckreiz und Ekzem zu durchbrechen. Insbesondere bei Kindern, (Kleinkinder), ist es möglich so eine positive Rückkopplung zwischen der juckreizstillenden und evtl. leicht sedierenden Wirkung des Antihistamins sowie des Ekzems zu erzielen. Neurodermitis und Kinder:Beim
Kind kann die Neurodermitis schon ab Geburt anfangen. Hier
sind insbesondere bei einer familiären Belastung gewisse
Vorsichtsmassnahmen durch zu führen. So sollten insbesondere
Kinder aus Ekzemikerfamilien während mindestens 6 Monaten
voll durch gestillt werden. Wenn dies nicht möglich ist,
dann ist auf entsprechend hypoallergene Ernährung zurück
zu greifen. Praeventives Verhalten innerhalb der Familie bei:familiärer Vorbelastung (Risikokind)
Keine familiäre Vorbelastung (kein Risikokind)
Infektionen:Häufig sind Neurodermitiker und insbesondere Neurodermitiskinder Opfer von zusätzlichen überlagernden Infektionen. Hierbei spielt sicherlich die verminderte Hautbarriere eine Rolle. Dazu gehören insbesondere Mollusca contagiosa (Dell- oder Flugwarzen). Bei Erwachsenen treten daneben noch häufig Herpesinfektionen, welche sogar eine Hospitalisation wegen Generalisierung notwendig machen auf. Im Weiteren sind natürlich auch häufig bakterielle Infektionen oder Pilzerkrankungen vermehrt bei Neurodermitikern anzutreffen. Diese entsprechenden Infektionen sollten durch den Facharzt recht schnell angegangen werden. Als Familienheilmittel können allerdings hier z.B. Teebaumoelumschläge eine gewisse entspannende Wirkung zeigen. Psyche und Neurodermitis:Die Neurodermitiker sind häufig recht differenzierte Menschen welche sehr sensibel auf Umwelt und Mitmenschen reagieren. Es ist entsprechend wichtig auf die Probleme der Neurodermitiker einzugehen und durch einen entsprechenden Zugang zum Neurodermitikerpatient die psychische Seite primär zu entspannen. Insbesondere bei Kindern ist entsprechend das Kind- Elternverhältnis rechtzeitig in ruhige, entspannte Bahnen zu lenken. Häufig sieht man gerade eine massiv gestörte Mutter- Kindbeziehung (das Kind verspürt Juckreiz, kann nicht schlaffen, bereitet der ganzen Familie, insbesondere der Mutter schlaflose Nächte, der Stress schlägt auf das Kind zurück und entsprechend resultiert Juckreiz unter Umständen auch als Trotzreaktion). Hier ist eine wichtige Funktion des entsprechenden behandelnden Therapeuten diese sogenannte Folié à deux oder à trois zu sprengen und so eine Lösung zu suchen. Ein wichtiger Lösungsansatz können hier die bereits erwähnten Antihistaminika bringen. Daneben sollten insbesondere im Weiteren Alter auf die Einnahme von Beruhigungsmittel verzichtet werden. Hier ist der Durchführung von autogenem Training, Joga, Akupressur und Akupunktur sowie auch dem Bewegen in der Natur eindeutig der Vorteil zu geben. Insbesondere die Bewegung in freier Natur bei kühler Witterung ohne Schwitzen kann für einen Juckreiz recht befreiend wirken. Dies vor allem weil hier eine Entspannungsübung unbewusst durchgeführt wird. Im Sommer kann daneben zusätzlich noch die Sonneneinwirkungen einen positiven Effekt auf die Haut der Neurodermitiker haben. So ist schon lange bekannt, das UVA- Strahlen die entzündliche Reaktionsfähigkeit der Haut herunterschraubt, bzw. normalisiert. Erscheinungsformen der Atopischen Dermatitis (Neurodermitis)
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Diagnosekriterien für eine atopische Dermatitis nach Hanifin und Rajka (1980)
5 Majorkriterien (mindestens 3)
- Pruritus
- typische ekzematöse Morphologie und Verteilung
- Beugeekzeme bei Erwachsenen,Gesichts- und Streckseitenbefall bei Säuglingen und Kindern
- chronischer oder chronisch rezidivierender Verlauf
- Eigen-oder Familienanamnese für Atopie (Asthma bronchiale, allergische Rhinokonjunktivitis, atopischeDermatitis)
16 Minorkriterien (mindestens 3)
- Xerose
- positive Hauttests (Sensibilisierungen vom Soforttyp)
- erhöhtes Serum-lgE
- Neigung zu Hautinfektionen (S. aureus, Herpes Simplex)
- Ichthyosis, palmare Hyperlinearität
- chronisches Fußekzem (atopiefeet)
- chronisches Handekzem
- Hertoghe-Zeichen (Lichtung der lateralen Augenbrauen)
- doppelte Lidfalte (Dennie-Morgan)
- Mamillenekzem (Brustwarzen-)
- Cheilitis (Lippenentzündung)
- Pityriasis alba
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Unverträglichkeit von Wolle
- Juckreiz beim Schwitzen
- weißer Dermographismus

